Elektromobilität
 
e mobilitaetJa ist man denn mit der Elektromobilität schon so weit? Ja man ist! So lautet die Kernaussage von Steffen Riedel. Und, wer noch nie Elektroauto gefahren ist, weiß nicht was ihm entgeht.
Es gibt zwar Leute, die sich schon bei der ersten Probefahrt vom E-Auto-Fieber anstecken lassen, aber so richtig auf den Geschmack kommt man erst, wenn man längere Zeit und mehr Kilometer unterwegs ist.
 
Ausgerechnet der letzte Winter ist ein Paradebeispiel dafür. Infolge Kälte sinkt die Reichweite des Autos um fast die Hälfte. Um dennoch ans Ziel ohne Zwischenladung zu kommen, fährt man unbewusst verhaltener, wobei man eifrig von anderen überholt wird. Die Heizung zurückdrehen bringt beim Renault ZOE nicht  viel, da eine Wärmepumpe für behagliche Verhältnisse sorgt und lediglich mit 1 kW Leistung zu Buche schlägt. „Nachdem ich an zwei schweren Unfällen wegen glatter Fahrbahn vorbei gefahren bin, die kurz vorher passiert sind, weiß ich, was mir da entgangen ist.“

Aber der Reihe nach. 
 
Der Markt bietet inzwischen eine Reihe interessanter Elektrofahrzeuge  zum Beispiel den Nissan Leaf,  den Renault Kangoo und den ZOE, Mitsubishi Electric Vehicle, der auch von Citroen und Peugeot vertrieben wird und der BMW i3.
Für Leute mit genügend Kleingeld gibt es die Modelle von Tesla. Weitere Hersteller haben nachgezogen, zum Beispiel Kia mit dem Soul EV.
 
Die „Ladesäulen-Gespräche“ die Steffen Riedel führte ergaben, dass alle Besitzer der genannten Fahrzeuge, sehr zufrieden sind. Steffen Riedel entschied sich für den Renault ZOE, da dieser preislich erschwinglich war und mit nützlichen Extras ca. 23.000 € kostete, ein geräumiger Fünfsitzer mit ausreichend Gepäckraum ist und ein einfaches Handling Fahren und Fernbedienung betreffend aufweist. Dann ist eine Reichweite bis ca. 200 km im Sommer möglich und schnelles Laden mit Typ-2-Ladestecker, der seit März 2013 als definierter EU-Standardstecker fürs Laden von Elektroautos gilt.
Und falls man unterwegs mal wegen Strommangel liegen bleiben sollte - was Steffen Riedel bisher noch nicht passiert ist - gibt es die Notlademöglichkeit mit SchuKo-Stecker. Inzwischen kann Steffen Riedel die Zufriedenheit der anderen E-Mobilisten nachvollziehen.
Die erste ZOE Inspektion nach einem Jahr und gefahrenen 23.000 km ergab: Akku 100 Prozent der ursprünglichen Leistung Verschleißteil Reinluftfilter gewechselt, Wischwasser aufgefüllt, Inspektionskosten insgesamt: 73 €.
Steffen Riedel meint, es mache keinen Sinn auf Landstraßen schneller als 80 km/h zu fahren. Denn wenn man einen Lastwagen überholt hat, lauert vorne schon der nächste. Zeitersparnis wenn man auf der Strecke nach Kempten rast – selbstverständlich unter Einhaltung der Verkehrsvorschriften – ca. 5 Minuten.
Um auch in Kempten und im Allgäu laden zu können besorgte sich Steffen Riedel für 180 € Jahresgebühr die Ladenetzkarte des Allgäuer Überlandwerks, die auch an der VKW-Ladesäule in Lindenberg gilt und an allen Ladesäulen im Ladenetzverbund. Im Bereich der Stadtwerke Lindau ist das Laden noch kostenfrei, ebenso wie bei den Ladestationen des Stadtwerks am See.
Doch wer nach Vorarlberg will benötigt entweder einen Vertrag mit „Park & Charge“ oder die VKW-Mobilitätskarte ab 11,90 € pro Monat (VKW VLOTTE Public). Es wäre deshalb wünschenswert, so Steffen Riedel, wenn die Ladesäulen der Stromversorger VKW, Stadtwerke Lindau, Allgäuer Überlandwerk und Stadtwerk am See, mit einer Ladekarte bedient werden könnten. 
Das Ladesäulennetz ist zwar im Allgäu und am See recht brauchbar, aber Richtung Ravensburg und ab Überlingen ist es noch „ausbaufähig.“ Bei der Kennzeichnung von Ladsäulen gibt es ebenfalls noch Handlungsbedarf.  Man benötigt schon ein gut geschultes Auge um mache gut getarnte Ladesäule zu entdecken.
Ein ausgesprochenes Ärgernis sind aber Fremdparker an Ladesäulen. In Kempten werden diese konsequent mit einem Knöllchen der Parkraumüberwachung bedacht. Bleibt zu hoffen, dass das in Lindau ebenfalls so gehandhabt wird. Wer Richtung Norden reisen möchte ist mit einem Vertrag des RWE gut bedient. Das RWE betreibt inzwischen über 1000 der über 4000  Ladesäulen im Bundesgebiet, Holland und in der Schweiz. Nach Aussage des RWE und auch allen anderen Ladesäulenbetreibern handelt es sich beim Autostrom um 100 % Ökostrom.
Das ist plausibel, denn wenn man alle 40 Millionen PKW durch E-Autos ersetzten würde, bräuchte man gerade mal die Hälfte des derzeit erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien. Momentan sind es über 12.000 reine Elektrofahrzeuge.